Die Entstehung der ULTRA-Kultur

in Deutschland

Aller Anfang ist schwer und so hatten gerade die Gründer mit starken Problemen innerhalb der Fanszene zu kämpfen, die Überzeugungsarbeit war schwer, finanzielle Mittel waren knapp und von einer Organisation konnte man damals noch nicht sprechen. Die ersten Jahre waren somit geprägt von Schall und Rauch, ein regelrechter Wettbewerb entstand .Ein billiges und relativ wirkungsvolles Mittel um sich in Szene zu setzten. Eine Ultraskonferenz im Jahre 1998 gab Aufschluss über die bestehenden Gruppen in Deutschland sowie ihre Probleme.Gerade die Polizei war auf die neue Fan Art aufmerksam geworden und es hagelte die ersten Stadionverbote. Man konnte somit von einer Orientierungsphase sprechen, die geprägt war von Stellungskämpfen innerhalb der Fanszene, dem Kampf gegen die alteingesessenen Kutten und deren Vorurteile, die Akzeptanz der Hooligans und der Repressalien der Ordnungsmacht. Anders als in Italien, in dem einige Ultras auch den Part des Hooligans übernehmen gab es in Deutschland grundsätzlich eine strikte Trennung. Mit der Zeit fand jedoch ein Stühlerücken statt und aus einigen Ultras wurden Hools, ja sogar ganze Gruppierungen wechselten die Seiten.

 

 

Der große Aufschwung kam Ende 1999 Anfang 2000, aus der
Ultrabewegung wurde eine Jugendbewegung und die
Mitgliederzahlen stiegen steil an. Anders als bei den Gründern
konnte die neue Generation nicht die normale Fankarriere
nachweisen, sondern sie schlossen sich ziemlich schnell den
wachstumsbestrebten Ultra Gruppierungen an, ja sogar die
Ultras selbst wurden zum Grund des Stadionbesuchs . Die
Hundertermarken purzelten und auch die Kreativität in Sachen
Support und Choreografien kamen den europäischen
Vorbildern immer näher. Eine Begleiterscheinung dieser
Entwicklung war der Name Ultras in fast jedem Gruppenamen.
Um die Jahrhundertwende hatten sich mehrere kleine Gruppen
zusammengeschlossen zu einer größeren Gemeinschaft und
da kamen viele nicht um den Namen Ultras aus Gruppennamen
herum.
Das neue Medium Internet war und ist eines der Zugmaschinen
dieser Bewegung doch schaffte es auch einige Probleme. Hatte
man sich in den Anfangsjahren noch persönlich von der
Qualität einer Gruppe überzeugt und wurde der persönliche
Kontakt gepflegt, so entscheiden im Zeitalter des Internets ein
paar Bilder und etliche Kommentare in verschiedenen
Gästebücher und Foren über den Stellenwert der Gruppe.
Einige Gruppen schafften es heimische Fanszene hinter sich zu
bekommen und eine leitende Stellung innerhalb dieser
einzunehmen. Man hatte sich entwickelt vom gröhlenden
Jugendmob der gerne große Fahnen schwenkt und ihm Nebel
steht zu einer organisierten Gemeinschaft deren Ziele immer
besser erkennbar waren. Leitende Aufgaben innerhalb der
Fanszene wurden übernommen und so wurde eine
Entscheidung ohne die Ultras unmöglich.

Zu Beginn des neuen Jahrtausend wurde ein neues Maxim aufgenommen, der Kampf gegen den Kommerz. Mit Aktionen wie „Pro 1530“ oder „Kein Kick Ohne Fans“ verleihen die Ultrasin Deutschland ihrem Unmut Ausdruck. Die 2. Ultrakonferenz zu Beginn des Jahres 2002 sowie die Fandemonstration vordem DFB Pokal Finale in Berlin können als großenEntwicklungsschritt gesehen werden. Eine positive Begleiterscheinung haben alle Treffen und Aktion gemein, es zeigt dass die „ Deutsche Szene“ trotz starker Rivalität aneinem Strang ziehen kann. Auch gemeinschaftliche Feiern in Bremen und Stuttgart beweisen dies. Im europäischenVergleich ein absolutes Novum.5 Jahre nach der Entstehung kann man von einer gefestigten Szene in Deutschland sprechen, die in ihrer Entwicklung nocham Anfang steht sich jedoch schon auf dem internationalen Sektor Respekt und Aufmerksamkeit verschafft hat.

Die Ziele in den nächsten 5 Jahren sind die Vereinigung der Fanszene unter der Leitung der Ultras, verbunden damit ist ein starker Mitgliederwachstum, und die Verbesserung des
Supports, sowie den Kampf gegen die Kommerzialisierung des Fussball. Dieses Ziele stehen wohl für die ganz Deutsche
Szene. In Deutschland kommt schnell die Frage auf ob die junge Ultra Bewegung eine Subkultur ist. Eine Subkultur durchbricht bei ihrem Entstehen und fortwährend bei ihrer Existenz die gesellschaftliche Ordnung.
D.h. die Lebensart, das Benehmen, das Äußere und die Einstellung unterscheiden sich zumeist grundsätzlich von denen der sogenannten „normalen Gesellschaft“.
Sieht man die Fanszene als gesellschaftliche Ordnung an, so kann man schon bei der Ultra Bewegung von einer Subkultur
sprechen. Die Ultras durchbrechen mit ihrer Vielfältigkeit des Supports die gesellschaftliche Ordnung des normalen Fans und
sorgt damit für einige Reibereien innerhalb dieser Gesellschaft. Spricht man bei der Hooligansszene von einer Subkultur so
kann man das auch für die Ultras Szene in Anspruch nehmen. Man wird sehen ob es die Ultras in Deutschland schaffen aus
ihrer Subkultur eine Leitkultur zu machen


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